14. November 2005, 18:15 Uhr, melvenliebend geliebtIns Herz gestochen beinahe zerbrochen und vergessen.
Liebend geliebt vielleicht vergeblich. Verboten, versteckt.
Fern von der Realität in einer Welt so nah und doch so fern,
so anders, so gleich.
kommentieren 
14. November 2005, 18:13 Uhr, melvenTodDer Tod spühre ich wieder in mir schlummern. Die Gewissheit das jeder einmal gehen muss stimmt mich nachdenklich.
Kürzlich starb einer bei einem Töffunfall den ich kannte.
Und sofort steht der Tod wieder vor der Haustür.
Im Fernsehen ist wieder von Toten zu hören.
Da schaut man plötzlich wieder hin.
Tage zuvor liesen mich die Toten im 'Fernsehen' noch kalt!
Genau davor habe ich Angst, dass mich der Tod nicht mehr berührt, dass man abgestumpft ist gegen aussen und gegen
innen immer mehr zerfällt.
2 Kommentare 
03. November 2005, 21:38 Uhr, melvenAngst
Es regnet. Ich liege im taufrischen Gras und spüre wie die Regentropfen auf mein Gesicht prasseln. Die Stille in mir wird durch den aufkommenden Sturm gestört. Das Gras kitzelt zwischen meinen gespreizten Fingern. Die Vögel fliegen tief, meine Augen verfolgen sie in die unendliche Weite.
In Gedanken breite ich meine Flügel aus, renne los über die Wiese und hebe ab. So leicht fühle ich mich. Immer weiter aufsteigend beobachte ich die Welt von oben. Alles sieht so veränderbar aus, alles so klein. Mein Blick richtet sich über mein Haus. Ich merke, wie alles wieder hochkommt. Die Fesseln springen auf und meine Tränen fliessen in Strömen über meine feinfühligen Wangen. Diese Bilder, diese Schreie, dieser Schmerz, alles dreht sich wie ein Wirbelwind in meinem Kopf. Mein Körper bebt.
Ich liege immer noch im taufrischen Gras. Erst jetzt nehme ich meinen abgekühlten Körper wahr.
Eigentlich bin ich von zu Hause losgelaufen, um die Liebe zu suchen, doch gefunden habe ich nur die nackte Einsamkeit. Diese Stille!
Das mit der Liebe habe ich für mich aufgegeben. Eigentlich ziemlich schwach von mir, muss ich zugeben.
Wie von einem immer stärker werdenden Magneten fühle ich mich von ihm angezogen. Wenn ich mich nur wieder von ihm loslösen könnte!
Mühsam richte ich mich wieder auf und versuche mit letzter Kraft die nächste Strasse zu finden. So wie ich aussehe, nimmt mich bestimmt niemand mit. Erleichtert stehe ich am Strassenrand.
Und prompt - Ein Fiat Panda hält an und lässt mich einsteigen. „ Was macht das Leben so? „ , fragt mich die ältere Dame, welche ganz elegant wirkt. Ihre Augen sind so liebevoll. „ Keine Ahnung, das frage ich mich schon seit einiger Zeit, doch eine Antwort habe ich noch nie erhalten“, sage ich und starre ganz verstört in den Rückspiegel.
Sie schaut mich mit mütterlichem Blicke von der Seite her an. Wortlos, aber von Liebe umgeben, fahren wir in die Nacht hinein.
In Gedanken tauche ich in meine Vergangenheit ein. Eigentlich könnte alles so idyllisch sein, wenn nur diese Demütigungen nicht gewesen wären. Diese Schläge, dieser Geruch nach Alkohol – Angst im Nacken! Nur diese Erinnerungen sind mir geblieben. Ich fühle mich schmutzig, doch die Zukunft wird kommen, das heisst, dass ich mit der Vergangenheit abschließen muss.
Das Dröhnen des Motors verstummt. Die ältere Dame tippt mich mit dem Zeigefinger an und meint lächelnd „ Wir sind da“. Ich frage mich gerade:“ Wo da?“ .Meine Augen suchen den Weg aus dem angelaufenen Fenster. Ich sehe ein schmuckes kleines Häuschen im Regen stehen. „ Ist das ihr Zuhause?“, frage ich ganz verdutzt.“ Ja, mein kleiner Stolz“, sagt sie und steigt aus.
„Ich habe ein Zimmer frei, wenn du möchtest, kannst du diese Nacht bei mir übernachten“, sagt sie und lächelt herzerwärmend.
Ein unbeschreibliches Gefühl von Geborgenheit macht sich breit in meiner Seele und zaubert ein Lächeln auf meine spröden Lippen. Ein leises „ Danke“ verlässt meinen Mund. „ Ich versuche nur Mensch zu sein“, sagt sie ganz selbstlos.
In ihrem Haus riecht es so, als wäre die Geborgenheit darin versprüht worden. Alles so friedlich hier, so still!
Währenddem ich im Wohnzimmer sitze und gebannt dem Tanz der Regentropfen zuschaue, bereitet sie mein Schlafgemach vor.
Jetzt liege ich im Bett und warte nur darauf, dass die Nacht über mich herein kommt und für kurze Zeit vergessen lässt, was geschehen ist.
Ich flüchte in die Welt der Träume.
Durch meine eigenen Schreie werde ich geweckt. Es ist fünf Uhr morgens. Schuldgefühle. An die gelblich schimmernde Decke starrend, spielt sich der ganze Film noch einmal ab. Der Schweiß perlt mir ins Gesicht, die Augen brennen.
Ich packe meine Siebensachen und verlasse hastig, ohne mich zu verabschieden, diese Oase.
Die Sonne ist am Aufgehen, eine wunderbare Stimmung. Diese Strasse, auf der ich gehe, scheint unendlich zu sein. Doch wo führt sie mich hin?
Mein Weg führt mich zu meinem Mann. Das schlechte Gewissen treibt mich zu ihm. Ich sehe jetzt schon seine Augen, wie sie mich aggressiv mustern, wenn ich wieder zurückkomme. Er wird sich schon ändern, denke ich mir, und setze meinen Weg fort.
Ich stehe ganz übermüdet vor dem Haus, in das ich meine ganze Zukunft stecken möchte. Ich glaube, er wird sich freuen, wenn ich wieder da bin. Vielleicht war es auch eine Lehre für ihn. Alles wird gut, denke ich mir und betrete das Haus.
Der Geruch von Alkohol drängt sich auf. Mein Blick richtet sich in Richtung Wohnzimmer. Alles so düster hier! Vor meinen Füssen liegen Unmengen von leeren Bierdosen.
Ich höre Schritte auf mich zukommen. „ Wer ist da?“, dröhnt es aus dem Nebenzimmer.“ Ich bin’s, Schatz“, sage ich ganz schüchtern. Er zieht die Tür auf und mustert mich mit einem agressiven Blick. „ Verpiss dich, du alte Schlampe“, brüllt er durchs Haus. Ganz aufgelöst stehe ich in der Tür und ducke mich.
Mit der nackten Faust schlägt er wie ein Tier auf mich ein. Ich bin ihm schutzlos ausgeliefert. Schreiend vor Schmerzen versuche ich mich zu retten. Wieso bin ich wieder zurückgekommen, frage ich mich. Wollte ihn doch nicht enttäuschen, er kann auch ganz lieb sein.
Blutverschmiert lässt er mich einfach liegen. Fühle mich nutzlos. Ich merke, wie das warme Blut über meine Stirn rinnt. Vielleicht hat es jemand gehört und hilft mir oder ich werde wie die Vögel in die unendliche Ewigkeit fliegen, wo alles so still ist….
1 Kommentar 
melven im November |
|